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Die Interkulturelle Streetsport-Liga Hannover

... ein gezielter Anstoß praktisch gelebter und bewegter sozialer Förder- und Integrations- prozesse durch spezifisch inszenierte Sportaktionen.

Unter dem Leitmotiv „Spiel und Sport für alle!“ gab im Frühjahr 2015 der „IcanDo e. V. für Spiel, Sport & Soziale Arbeit“ den Zündfunken zum Aufbau der Interkulturellen Streetsport-Liga in der Region Hannover. Das Projektkonzept stützt sich auf den Ansatz, insbesondere Fußballsport, aber auch andere Sportarten mit sozialpädagogischen Methoden mobiler und aufsuchender Sozialarbeit zu kombinieren. Spiel und Sport als die zen­tralen Freizeitbeschäftigungen von Kindern und Jugendlichen werden im Projekt gezielt als Mittel Sozialer Arbeit eingesetzt und Orte im öffentlichen Raum (Bolzplätze, Turnhallen, Schulhöfe) als temporäre Projektstandorte genutzt. Seit dem Projektstart konnten so mehrere Hundert Kinder und Jugendliche aus über 35 Herkunftsländern erreicht und an zahlreichen kostenfreien Aktionen beteiligt werden. Im Sommer 2016 haben dreißig Teams am Wettbewerb um den Saison-Cup der Liga teilgenommen. Im Ergebnis kann festgestellt werden, dass der IcanDo e. V. in Hannover mit dem Projekt eine großartige sportive Jugendbewegung in Gang setzen konnte.

Das Projekt verfolgt im Kern die Idee der Selbstorganisation. Die Begriffe Partizipation, Demokratietraining, Kompetenzförderung durch aktives Handeln und Teilhabe spielen in der Projektpraxis eine zentrale Rolle, denn gezielt werden einer großen Anzahl von Kindern und Jugendlichen Chancen zur Mitgestaltung und Übernahme aktiver Rollen im Projekt eröffnet, zum Beispiel im Rahmen des Liga-­Parlaments oder der erforderlichen Spieltagsplanung. Indem die Projektteilnehmer dazu angeregt werden, den Aufbau der Liga selbst aktiv in die Hand zu nehmen und ihre Belange eigenverantwortlich zu regeln, entwickeln sie ihre planerische Handlungskompetenz und üben so quasi beiläufig selbstregulierende demokratische Verhaltensweisen. Speziell (sozialpädagogisch) ausgebildete Teamer gehen zu diesem Zweck – und das nicht nur im übertragenen Sinne – auf die Kinder und Jugendlichen zu und stehen ihnen beim Aufbau ihrer Streetliga eng zur Seite. Sie fungieren als Ansprechpartner, Koordinatoren und Aufbauhelfer und orientieren sich dabei stets eng an den Bedürfnissen der Kids.

Projekt Streetliga 1 Web
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Hier wird der Leitbegriff des ‘IcanDo’ Vereins (‘Ich kann was!‘) deutlich erkennbar: Empowerment ist der rote Faden dieses innovativen sportiven Sozialprojekts.

Die externe Evaluation des Projekts ergibt, dass circa 85 Prozent der Teilnehmer aus stellenweise mehrfach mit sozialen Problemen belasteten Milieus stammen. Für sie bietet das Projekt – ermöglicht durch die Förderung der Niedersächsischen Lotto-Sport-Stiftung und des LandesSportBundes Niedersachsen – die kostenfreie Teilnahme an attraktiven Maßnahmen wie zum Beispiel Freizeitfahrten und Feriencamps an. Weitere individuelle Unterstützung etwa bei Problemen in der Jugendphase (unter anderem Schulabsentismus, Kleinkriminalität) wird den überwiegend männlichen Teilnehmern auf Nachfrage gewährt. Mit Blick auf ihre Integration in die Berufswelt erhalten sie einen Kompetenzpass, der über ihre Stärken und Fähigkeiten Auskunft gibt, die im Rahmen des Projekts gemeinsam identifiziert werden.

Hier wird der Leitbegriff des IcanDo-Vereins („Ich kann was!“) deutlich erkennbar: Empowerment ist der rote Faden dieses innovativen sportiven Sozialprojekts.

Neben der Förderung der Teilhabechancen und der Entwicklung der Fähigkeiten Heranwachsender, betrifft ein weiteres zentrales Projektziel die Förderung des Dialoges und des Miteinanders von Gruppierungen, unabhängig von Herkunft, Bildungsstand oder Status. Hierfür steht der Projektbaustein „Refugees Welcome“. Auf der Basis der gezielten Kontaktaufnahme mit Flüchtlingsunterkünften, der strukturierten Planung und Realisierung von Zusammenkünften ihrer Bewohner mit den Teams der Streetliga an den Spieltagen und bei Turnieren oder im Zuge der Einrichtung regelmäßig stattfindender Fußballtreffs konnten mehrere Refugee-Teams erfolgreich an die Streetliga angebunden werden. Neben der Durchmischung der Teams entstehen so auch erste persönliche Beziehungen zwischen hannoverschen Jugendlichen und den neu angekommenen Jugendlichen mit Flüchtlingshintergrund. Ein Anstoß für praktisch gelebte und bewegte soziale Förder- und Integrationsprozesse ist erfolgt.