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Einige Tipps für Antragssteller

Bewerber um Fördergelder müssen im Vorfeld einiges beachten. Diverse Stiftungsformen, Förderbereiche und -kriterien gestalten die Antragsstellung für Ungeübte oft unübersichtlich.

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Dr. Sønke Burmeister

1967 in Flensburg geboren. Studium der Kunstgeschichte, Archäologie, Bibliothekswissenschaft sowie Betriebswirtschaft in Berlin, London und Kopenhagen. Promotion über „Plastik und Kunsthandwerk Emil Noldes“. Tätigkeiten als Kunstexperte in den Auktionshäusern Sotheby’s und Rippon Boswell in Berlin, Wiesbaden und London sowie Dozent an der Hochschule der Künste und der Freien Universität, Berlin. 1998–2003 Alfried Krupp von Bohlen und Halbach-Stiftung, Essen. 2003–2004 Bundesverband Deutscher Stiftungen, Berlin. 2004–2009 Referat Stiftungen, Deutscher Sparkassen- und Giroverband, Berlin. Seit 2009 Geschäftsführer der Niedersächsischen Lotto-Sport-Stiftung.

Sønke Burmeister ist mehrfach zertifizierter Stiftungsmanager und Stiftungsberater sowie Gremienvertreter in verschiedenen Stiftungen und Vereinen. Er leitet zudem das bundesweite Forum Sport und Bewegung im Bundesverband Deutscher Stiftungen. Er hat verschiedene Pu­bli­ka­tio­nen in den Bereichen Kunst, Kultur sowie Stiftungswesen vorgelegt.

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Clemens Kurek

Jahrgang 1976. Studium der Geschichte und Linguistik an der Freien Universität Berlin. Clemens Kurek verantwortet seit 2010 den Bereich Projekte und Öffentlichkeitsarbeit der Niedersächsischen Lotto-Sport-Stiftung. Zuvor war der zertifizierte Stiftungsmanager (DSA) unter anderem für die Stiftung Jüdisches Museum Berlin und den Bundesverband Deutscher Stiftungen tätig. Er ist zudem ehrenamtlich in verschiedenen Kultur- und Sportverbänden aktiv.

Eine Stiftung ist eine Einrichtung, die mit den Erträgen aus ihrem Vermögen festgelegte Zwecke verfolgt. Bestimmt werden diese von einem oder mehreren Stiftern. Die meisten Stiftungen dienen gemeinnützigen Zwecken. Eine von ihnen ist die Niedersächsische Lotto-Sport-­Stiftung, die es sich zum Ziel gesetzt hat, den Sport und die Integration zu fördern.

Damit der Antrag auf Fördergelder am Ende bei einer der bundesweit über 20.000 Stiftungen Erfolg hat, sollten die Bewerber im ersten Schritt die Stiftungen identifizieren, die thematisch am besten zum eigenen Vorhaben passen. Ist dieser erste Schritt getan, kann man einen Antrag stellen. Der Weg dorthin ist allerdings nicht immer ganz einfach. Auf diese Dinge sollte im Vorfeld geachtet werden.

Die richtige Stiftung für das Projekt

Vor der Erstellung einer Bewerbung sollte ein sorgfältiger Abgleich zwischen den Hintergründen und Zielen des eigenen Projekts und jenen der potenziellen Stiftung erfolgen. Denn nicht alle Einrichtungen fördern sportliche Vorhaben: Rund ein Fünftel aller deutschen Stiftungen arbeiten ausschließlich operativ, das heißt, sie legen ihren Fokus auf alle Aktivitäten, die im direkten Zusammenhang mit ihren eigenen Betriebszwecken stehen.

Spätestens bei der Konzeptentwicklung wird zudem die Frage nach der benötigten Förderung aufkommen. Dabei sollten Bewerber im Blick haben, dass rund drei Viertel aller neu errichteten Stiftungen über ein Startvermögen von weniger als 500.000 Euro verfügen. Große Fördersummen sind daher oft unrealistisch. Projekte oder Vereine, die sich um recht hohe Gelder bewerben möchten, dürfen die finanziellen Möglichkeiten der Einrichtungen daher nicht außer Acht lassen. Ebenso sollte sich mit Satzungen und Förderschwerpunkten, Förderprogrammen und Förderausschlusskriterien auseinandergesetzt werden. Denn selbst wenn finanzielle Mittel zur Förderung vorhanden sein sollten, können dennoch nicht alle Stiftungen jedes sportliche Vorhaben fördern.

Nachdem sowohl Förderbereiche und mögliche Förderhöhen (Mindestgrößen oder Grenzen) abgestimmt worden sind, sollten im weiteren Verlauf auch klare Ausschlusskriterien recherchiert werden. Hierzu zählen beispielsweise konkrete Einreichungsfristen oder auch Auflagen zur Förderung, die eingehalten werden müssen. So ist es für die Erstellung eines ausführlichen Konzeptes beispielsweise wichtig zu wissen, welche Anforderungen an die eigene Professionalität und die Qualität der Ausgestaltung gestellt werden. Bei mehrjährig geplanten Projekten sollten Bewerber außerdem über die mögliche Dauer der Unterstützung informiert sein.

Mögliche Kriterien bei Anträgen

Entscheidend für einen erfolgreichen Antrag sind neben der Vereinbarkeit mit den Stiftungszwecken und -zielen sowie der Beachtung von Ausschlusskriterien auch der grundsätzliche Bedarf an gewissen Projektideen und deren Umsetzungen.

Nicht zu unterschätzen ist außerdem die Rolle des Projektträgers. Wie groß sind dessen Leidenschaft und das Engagement für das angestrebte Vorhaben wirklich? Nach Möglichkeit sollte der Enthusiasmus zwischen den Zeilen erkennbar sein.

Zu den wichtigsten Förderungskriterien zählen aber wohl ein hoher Innovationsgrad der Idee und eine gute Modellhaftigkeit. Dennoch reicht eine gute Idee nicht aus, wenn in der Durchführbarkeit oder Übertragbarkeit auf andere Projekte Schwierigkeiten gesehen werden. Auch die Nachhaltigkeit eines Vorhabens sollte erkennbar sein – schließlich ist niemandem damit geholfen, wenn ein schnell einkehrender Erfolg auch schnell wieder abflaut. Mögliche Kooperationen und eine gesicherte Finanzierung können dabei helfen, dass es nicht so weit kommt.

Um mit der Bewerbung endgültig zu überzeugen, sollte außerdem der Wirkungsgrad darstellbar, das heißt messbar und skalierbar sein.

Nach der Bewilligung

Sobald Bewerber eine Zusage zur Förderung erhalten haben, beginnt zwischen dem Projektträger und der Stiftung eine Kooperation. Hierbei sind Kommunikation und Öffentlichkeitsarbeit wichtige Bestandteile des Projekts – schließlich muss dieses gerade zu Beginn vernünftig beworben werden. Hierzu zählt die Durchführung von Veranstaltungen ebenso wie die klassische Pressearbeit. Im Zuge dieser ist es sinnvoll, an alle Medien Förderhinweise mit der Bitte um Veröffentlichung (nach Möglichkeit mit Logo) zu schicken. Bevor dies geschieht, sollte allerdings eine rechtzeitige Abstimmung der Öffentlichkeitsarbeit mit den Förderern stattfinden.

Nach Abschluss dieser Maßnahmen sollten die geknüpften Kontakte gepflegt sowie eine konsequente Dokumentation durchgeführt werden. Dazu gehört auch das Sammeln jeglicher Verwendungsnachweise in den Medien – dies hilft bei einer ausführlichen Untersuchung und anschließenden Bewertung der Aktionen.

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